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Steuernummer Österreich – Bürokratie als Geschäftsreise

Wer als deutscher Unternehmer im Ausland auf einer Messe verkaufen möchte, braucht mehr als nur gute Produkte: eine ausländische Steuernummer, eine Ansässigkeitsbescheinigung und starke Nerven.

Wir sind Aussteller beim Mindstyle Festival 2026 in Wien. Und Wien liegt bekanntlich in Österreich. Braucht man für drei Tage Messepräsenz eigentlich eine österreichische Steuernummer? Diese Frage habe ich mir vier Wochen vor Messebeginn gestellt.

Und so bekam ich einen Crashkurs in europäischer Bürokratie.

Was man wissen muss:

Verkauft ein ausländischer Unternehmer Waren direkt am Messestand – auch wenn es nur drei Tage sind –, muss auf diese Verkäufe die Umsatzsteuer des jeweiligen Landes berechnet werden. In Österreich sind das 20 %. Aussteller ohne Sitz in Österreich müssen sich beim österreichischen Finanzamt umsatzsteuerlich registrieren lassen und eine österreichische UID-Nummer (ATU-Nummer) beantragen.

Allerdings gibt es eine Ausnahme: die Kleinunternehmerregelung. Seit Januar 2025 gilt in der EU eine neue grenzüberschreitende Kleinunternehmerregelung. Deutsche Kleinunternehmer können sich unter bestimmten Voraussetzungen auch in anderen EU-Staaten darauf berufen und wären dann von der Registrierungspflicht befreit.

Trifft für Octopus Communications aber leider nicht zu, deshalb ab durch den bürokratischen Standardprozess!

Was man dabei lernt:

  1. Eine österreichische Steuernummer kann man nicht einfach online beantragen. Da gibt es ein feines Formular (Verf19), das man ausfüllen und einsenden darf.
    Bearbeitungsdauer: 4 Wochen.
    Aber Moment, man muss auch eine „Ansässigkeitsbescheinigung“ mitliefern. Was? Nie gehört.
  2. Eine Ansässigkeitsbescheinigung bekommt man beim Finanzamt, hier in Deutschland. Kann man die online beantragen? Nein, man muss einen Antrag in doppelter Ausfertigung (!) ausdrucken (!) und per Post ans Finanzamt senden. Immerhin kostet dieser Service (abgesehen vom Porto) nichts. Ungewöhnlich.
    Bearbeitungsdauer: 4 Wochen.

Die Zeit bis zur Messe? Genau 4 Wochen.
Hmmmmm …

Ich verstehe, warum es Regeln gibt. Aber manchmal fühlt es sich an, als müsste man erst Level 5 freischalten, um überhaupt Level 1 spielen zu dürfen. Als Selbstständige denkt man irgendwann: Ich will doch einfach nur arbeiten! Stattdessen: Formulare, Wartezeiten, Stolpersteine. Und während du dich immer wieder durch den Papierkram wühlst, fragst du dich: Wie viele gute Ideen werden wohl nie umgesetzt, weil Menschen an genau solchen Hürden scheitern?

Aber was soll ich sagen: Wir waren tatsächlich beim Mindstyle Festival mit Mutamorphosis vor Ort. Und natürlich mit vollständig abgeschlossener Registrierung beim Finanzamt Österreich. Man mag es kaum glauben: Innerhalb von 3 Wochen (trotz Osterfeiertagen!) war alles geregelt. Ich bin ein bisschen … sagen wir: begeistert! 😊

Manchmal ist der bürokratische Endgegner eben auch nur ein Formular. Man muss ihn trotzdem besiegen.

Ach ja: Dass meine Betriebshaftpflicht auch in Österreich gilt, konnte ich zwar nicht online checken, aber zumindest per E-Mail klären. Und dass ein Teil meiner frisch bestellten Waren beim Zoll festhing – da hilft auch kein Formular. Aber das ist eine andere Geschichte …

Alle Infos zu unserer Präsenz beim Mindstyle Festival 2026

Steuernummer Österreich beantragen – wichtige Links:

Der Messestand von Octopus Communications beim Mindstyle Festival 2026
Der Messestand von Octopus Communications beim Mindstyle Festival 2026
Der Messestand von Octopus Communications beim Mindstyle Festival 2026
Der Messestand von Octopus Communications beim Mindstyle Festival 2026